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Autor Thema: Gewalt unter Jugendlichen  (Gelesen 13661 mal)
Philipp
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« Antworten #15 am: 26. April 2006, 13:33:41 »

Ausser das ein paar Konzertbesucher mal ein bisschen lauter sind, sind sie weder aggressiv, noch Gewalttätig, noch sonstwas.
ich finde eher die Lage der Einwohner um Discos wie das A42 schlimmer, da es doch aus meiner Sicht asozieleres Publikum anzieht, und das nicht 2 mal im Jahr sondern 2 mal die woche!"

Klar, und Terroristen sind auch schlimmer, als ihr! Ein super Argument. Du kannst beim nächsten mal die dutzend Mülltonnen wieder aufheben und den abgetretenen rechten Außenspiegel an meinem Wagen bezahlen! Und das Straßenbauamt wird sich auch sicher darüber freuen, wenn du die umarangierte Baustellenabsperrung Lamperfeld/Windmühlenweg wieder richtig hinstellst. Aber nein, ihr macht ja sowas nicht. Ihr seit ja ganz brav und artig und höchstens mal ein bisschen laut. Nur Schade, dass ihr euch, durch eurer Verhalten, ständig selber Lügen straft!
Wenn ihr euch nicht benehmen könnt, wie man es von einem einigermaßen intelligenten Menschen erwarten kann, braucht ihr euch nicht zu wundern, dass andere sich darüber aufregen. Aber von Leuten, die mit Baseballschlägern durch die Gegend laufen, wie letztens die beiden, die zur Pommesbude gegangen sind, kann man wohl derartige Einsichtsfähigkeit nicht erwarten.

De facto ist es kein Argument, sondern einfach eine Meinung.
Diese Diskussion ist aber von vornherein grundsätzlich Müll weil sie auf subjektiven Beobachtungen beruht, die nicht repräsentativ zum Querschnitt stehen bzw. sonstwie untermauert werden können. Von einzelnen Individuen wird auf den Zustand eines gesamten Millieus (in diesem Fall Ausländer und später Punx) geschlossen. Aus eigenen Ängsten wird hier ein vermeidlich objektives, "rechtsstaatliches" Gefühl abgeleitet. Höchst unseriös, zumal persönliche, evtl. unterschwellige Recentiments gegen Randgruppen mehr als offensichtlich einfliessen. Wenn ich mich am kommenden Wochenende vor eine beliebige Disco, Privatparty oder Kneipe stelle werde ich, wenn ich danach suche, sicherlich genügend pseudo-juristische Argumente finden, warum diese geschlossen gehört bzw. durch polizeiliche Repressalien aufgelöst werden soll.
Ich schlage einfach mal die Prohebition vor, um das Problem ganz grundsätzlich zu lösen. Ich bin mir sicher, da sind hier alle für, weil dann können ja keine Betrunkenen mehr randalieren.  Zwinkernd
Die persönliche Toleranzgrenze ist maximal ein Indikator aber auch kein verbindliches Argument.

Nachtrag um mal von der Metaebene runterzukommen: Das verbieten von Partys löst keine Probleme. Sollte das Spasshaus als inzwischen feste Institution geschlossen werden wird sich vielleicht 1. Widerstand formieren und dann kippt u.U. mehr als nur eine Mülltonne 2x im Jahr um (ich meine das ganz wertfrei als Mutmaßung in Bezug auf lange beobachtete gruppendynamische Prozesse, bitte nicht als Drohung oder Ankündigung verstehen!) oder im wahrscheinlicheren Fall wird sich 2. das "Problem" (wenn man es als solches empfindet) nur verlagern.
Um mal ein Beispiel aus der Kriminalitätsstatistik zu wählen: Wenn man irgendwo Kameras aufstellt, um Drogendealer abzuschrecken wird nicht weniger gedealt, das Problem weicht nur geographisch auf andere Orte aus.
Staatliche Repressionen doktern nur an Symptomen rum, lösen aber nicht das grundsätzliche Problem, in diesem Fall den Wunsch nach selbstverwalteten Rückzugsmöglichkeiten, wo man billig feiern kann. Gibt es sowas nicht mehr schaffen sich Menschen, die sich in Discos oder Kneipen (Orte des legitimierten Chaos mit den gleichen Folgen) nicht wohl fühlen, sowas selber.
« Letzte Änderung: 26. April 2006, 13:44:43 von Philipp » Gespeichert
Gereon
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« Antworten #16 am: 26. April 2006, 14:58:41 »

Natürlich ist es NUR und Punks verbreitetdas mensch sich betrinkt und rumrandaliert  Unentschlossen
Komischerweise habe ich noch nie nachts Mülltonnen umgetreten oder Autos zerstört.

Also zumindest ich hoffe doch, deutlich gemacht zu haben, dass ich mich gegen jegliches Generalisieren verwehre. Ich kenne persönlich

- Punks, die sich in der Öffentlichkeit vollkommen korrekt benehmen,
- Jugendliche, die auch in großen Gruppen Höflichkeit zeigen können,
- ausländische Mitbürger, die sich mustergültiger in ihr Umfeld integrieren als viele Deutsche,
- Arbeitslose, die händeringend nach egal was für einem Job suchen...

Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.

Ich verstehe dieses Thema als eine Möglichkeit, beobachtete (und damit subjektiv wahrgenommene) Mißstände zu beschreiben und - natürlich - darauf auch zu reagieren, wenn das Beschriebene der Erklärung oder Verteidigung bedarf.

Dass wir hier kein Problem final lösen werden, ist schon klar, aber allein die Tatsache, dass die geschilderten Vorfälle jetzt in verschiedene Richungen diskutiert werden, zeigt, dass hier eine Menge unbewältigte Probleme liegen.

Auch sind die Themen Überwachung und damit einhergehend Verlagerung von Problemen sicherlich sensibel. Es ist aber auch so, dass sich leider eine Mentalität des Wegschauens und des Ausnutzens unbeanstandeter Freiheiten eingebürgert hat, und da tut es durchaus gut, sich mal etwas mit dem Thema zu befassen - es verursacht auch ein Nachdenken bei denjenigen, über die hier diskutiert wird und die sich an der Diskussion nicht aktiv beteiligen - sei es weil sie es nicht wollen, sei es, weil vielleicht der ein oder andere Vorwurf nicht gar so haltlos ist. Jeder Denkprozess ist hilfreich, jede Form von Gewalt und Aggression ist es nicht.

Gereon
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« Antworten #17 am: 26. April 2006, 15:35:25 »

Natürlich ist es NUR und Punks verbreitetdas mensch sich betrinkt und rumrandaliert  Unentschlossen
Komischerweise habe ich noch nie nachts Mülltonnen umgetreten oder Autos zerstört.


Ich auch nicht. Aber meinst du, es fällt nicht irgendwann auf, dass ausgerechnet, wenn in eurem Spasshaus eine Fete, Konzert usw. war (und das nicht nur 2 mal im Jahr), derartige Vorfälle auftreten?
Wenn jemand euch als asozial bezeichnet, hat das nichts mit eurem Aussehen zu tun, denn das interessiert niemanden. Auch ist eure Musik diesbezüglich vollkommen irrelevant. Es ist allein eurer Verhalten! Und nur mal nebenbei, die Ausrede mit dem C2-Abusus zieht nicht. Die beiden Punks letztes Wochenende mit den Baseballschläger waren auch nicht, zumindest nicht merklich, betrunken. Warum läuft man als nicht Baseballspieler mit einem Baseballschläger durch die Gegend. Kleine Kinder erschrecken? Für mich zeigt das, wie sehr solche Leute verhaltensgestört sind! Aber nein, es sind ja immer nur die Anderen schuld. Die armen Punks werden ja nur missverstanden. Und deshalb darf man sich ja auch mal etwas daneben benehmen. Ich möchte mal wissen, was bei eurer Erziehung falsch gelaufen ist? Ihr müßt ja absolut unfähige Eltern gehabt haben, oder?
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Metaltrack
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« Antworten #18 am: 26. April 2006, 15:46:36 »

Leute, es geht nicht darum, dass alle Punks Kriminelle sind. Genausowenig sind alle Skins Neonazis. So einen Unsinn hat niemand behauptet!

Es ist aber offensichtlich, dass in der Subkultur der Punks vermehrt Leute auftreten, die sich so asozial verhalten! Das ist ein Fakt, der von niemanden wegzudiskutieren ist!

Nicht ohne Grund, haben die Anwohner im Umfeld des Spasshauses, die Nase voll von eurem Gegrölle und den anderen von mir geschilderten Vorfällen. Auch wenn sich nur zehn Prozent der Punks daneben benehmen. So ist der Ausgangspunkt immer wieder dieses Haus.

Warum bringt ihr nicht diese zehn Prozent selber zur Ordnung? Dann hat keiner mehr was zu meckern!
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« Antworten #19 am: 26. April 2006, 16:09:21 »

Das haut ungefähr in dieselbe Kerbe wie das von den (grob geschätzt) 75% der Deutschen, die Fussballfans sind, vielleicht ein Promill (hoffentlich viel weniger) Hooligans sind. Daraus abzuleiten "alle Fussballfans sind Hooligans" kriminalisiert unbescholtene Fans und wirft einen Schatten auf eine ansonsten (für die Fans) höchst unterhaltsame und gemeinschaftsfördernde Sportart.

Insofern unterstütze ich den letzten Beitrag von Metaltrack - indem sich die ehrlichen und vernünftigen Freunde des Spasshauses von den "Danebenbenehmern" distanzieren und diese aktiv (aktiver als das nach den Schilderungen bisher der Fall war) in ihre Schranken weisen, helfen sie ihrer Akzeptanz nach.

Ich habe auch nichts gegen Leute, die ihren Spass haben wollen - ich habe aber auch nichts dagegen, wenn die Spasshaber ihr unbeteiligtes Umfeld unbeteiligt lassen. Es gibt durchaus Situationen, wo der Spruch "Jeder für sich" eine gewisse Berechtigung hat.

Dass man davon ab über trinksportliche Betätigung stark unterschiedlicher Meinung sein kann, steht noch auf einem anderen Blatt, aber man kann sich auch die Kante geben ohne gleich zum Randalierer zu werden (und zum Glück beherzigen die meisten Freunde der geistigen Getränke das ja auch). Was laute Musik angeht - nunja, da glaube ich Snoopy die selbstgesetzte und nachbarschaftlich akzeptierte Beschränkung von "zweimal im Jahr", die ich für akzeptabel und vernünftig halte. Punk ist nicht mein Ding, ich durfte mal für jemanden Punk Musik-Tapes digitalisieren und habe mich beim Mithören dann doch auf die schnittrelevanten Stellen beschränkt. Aber jedem das Seine - es mag schliesslich auch nicht jeder Jazz Smiley

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« Antworten #20 am: 02. Mai 2006, 23:40:37 »

Snoopy hat übrigens inzwischen auf die aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen hier reagiert und ein paar passende Takte auf spasshaus.de geschrieben. Auch von mir nochmal ein herzlichen Dank, besonders an Metaltrack, für seinen unterhaltsamen, herzlich unfreillig komischen und doppelmoralischen Tunnelblick Smiley
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Gereon
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« Antworten #21 am: 03. Mai 2006, 08:37:49 »

Hallo,

also erstmal finde ich es gut, dass die Diskussion dazu geführt hat, dass Snoopy darauf eingeht. Besser noch hätte ich es gefunden, wenn er dies auch hier getan, und sich damit der Diskussion gestellt hätte. In einer sachlichen Diskussion zeigt sich i.d.R. recht schnell, was aus der Luft gegriffen, überzogen oder womöglich berechtigt kritisiert wurde.

Was die Stellungnahme auf Spasshaus.de angeht, finde ich sie prinzipiell sachlich, wenngleich sie mich - wenn ich denn betroffener Anwohner wäre - nicht vollumfänglich zufrieden stellen würde.

Dass sich die Spasshaus-Szene, insb. der Hausbesitzer, von Drogen distanziert, hatte ich von vornherein gehofft - ist schließlich auch mir aus Bekanntenkreisen glaubhaft vermittelt, dass die wesentlich zu Punk-Feten gehörende "Droge" die anerkannte Gesellschaftsdroge "Alkohol" ist (deren exzessiven Genuss ich allerdings auch weder in Schutz nehmen noch von negativen Folgen für das Umfeld freisprechen kann und will). Rauchen und Alkohol trinken sind halt die in Deutschland bislang noch legalen Formen von Drogenkonsum und "an jeder Ecke" zu finden. Unabhängig davon trübt Alkoholgenuss das Wahrnehmungsvermögen und fördert Aggressionen, so dass die geschilderten Vorfälle aus dem Umfeld natürlich damit zusammenhängen können (ich schreibe bewusst "können" - denn weder dass es so ist, noch dass es nicht so ist wurde hier bislang schlüssig bewiesen).

Um das im übrigen gleich klarzustellen, ich bin kein Moralapostel und trinke daher auch gern mal einen - aber es gibt eben schon einen Unterschied zwischen Genusstrinken und Druckbetankung und den jeweiligen Folgen.

Was den Kommentar bzgl. "Kiffen" angeht - ich denke, wenn man bemerken will, ob "gekifft" wird, kann man das bemerken, ohne am Eingang eine Zigarettenkontrolle durchzuführen. Auch hier lasse ich aber bei Fehlen offensichtlicher Beweise die Unschuldsvermutung gelten. Davon ab habe ich schon viel von randalierenden Betrunkenen gehört und auch gesehen, jedoch nicht wirklich von randalierenden "Kiffern"... (was auch wiederum - man kann sich ja nie genug distanzieren - keine Verharmlosung jeglicher Form von Drogenkonsum darstellen soll!!!)

Ruhestörung: Die Störung der persönlichen Ruhe und die Schwelle ab der diese empfunden wird, ist bei jedem anders. Es gibt wohl kaum ein Thema, bei dem weniger Einigkeit erzielt werden kann. Es soll durchaus Leute geben, die an einer Gartenparty mit lauter "Wolfgang-Petry-Mucke" mehr Anstoß nehmen, als an einer Punk-Fete im Keller des Nachbarhauses.

Eingriff in den Straßenverkehr: Es ist eins, diesen zu behaupten, es ist ein anderes, diesen rundheraus als "Lachnummer" abzutun. Mit beidem wäre ich vorsichtiger.

Einen Punkt möchte ich wortgetreu zitieren:

Zitat
Körperverletzung: Da soll bestimmt auf die Prügelei letztes Jahr angespielt werden, wo sich zwei Leute publikumswirksam aufs Maul gehauen haben. Was geht das andere an, wenn sich zwei gegenseitig aufs Maul hauen. Ist eh nix passiert.

Sorry, aber da setzt's bei mir aus. Wenn zwei sich prügeln, ist das zwar primär ihre Angelegenheit, gerade in einem mglw. alkoholisierten Umfeld besteht aber die Gefahr, dass es ausartet. Ausserdem sind, wenn die sich Prügelnden betrunken sind, die Gefahren schwerer, evtl. lebensgefährlicher Verletzungen ungleich höher. An solchen Gewaltausbrüchen Anstoss zu nehmen finde ich daher sehr wohl berechtigt, egal ob sich zwei oder zwanzig oder zweihundert Leute prügeln.

Falls jemand derartige Belustigung braucht, steht es ihm natürlich frei, einen Boxring aufzubauen und das ganze als "sportlichen Wettkampf" zu deklarieren. Ich finde nicht, dass es dadurch harmloser wird...

Gereon
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« Antworten #22 am: 16. September 2010, 12:34:01 »

krass...ich kann es nicht leiden wenn jemand sich von problemen distanziert! ihr habt dieses ''gesindel'' hervorgebracht...das jugendliche so sind wie sie sind , daran ist die gesellschaft schuld! merkt ihr nicht wie die jugend verteufelt wird anstatt ihnen zu helfen, obwohl sie eindeutig ein schwerwiegendes problem haben...ich meine wer seine kinder vom fernseher großziehen lässt, ist selbst schuld!...aber das ist nicht alles und man kann sowas nicht pauschalisieren. alle jugendlich haben ecken und kanten, aber statt ihnen den nötigen feinschliff zu geben, werden noch mehr kerben in sie geschlagen indem man sich einfach distanziert.
....am besten wir bleiben zu hause und heulen der alten zeit hinterher: ''damals hätte es das nicht gegeben''  Zunge
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