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19. Mai 2012, 00:54:48

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Autor Thema: Geschwindigkeitskontrolle an der Hans-Böckler-Str.  (Gelesen 6929 mal)
Metaltrack
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« am: 28. März 2007, 12:54:25 »

Und wieder steht heute die Polizei kurz hinter dem Parkfriedhof und versucht mit ihrer tollen Laserpistole Verkehrsteilnehmer zu erwischen, die es wagen, dort etwas schneller zu fahren.
Verkehrssicherungspflicht der Polizei in allen Ehren. Aber warum wird ausgerechnet an dieser Stelle kontrolliert?
Ein Unfallschwerpunkt ist diese Stelle garantiert nicht. Und die einzige Stelle, wo eine Geschwindigkeitsmessung möglich ist, erst recht nicht. Es gibt doch auch in Bottrop duzende Stellen, wo es wichtiger wäre, eine Geschwindigkeitsmessung durchzuführen. Und außerdem ist gerade diese Stelle sehr übersichtlich, so dass ein Verkehrsteilnehmer ohne weiteres, bei einer Gefahrensituation rechtzeitig abbremsen könnte, auch wenn er 20 km/h schneller unterwegs ist.

Also, was soll das?
Haben die Herren Beamten nichts anderes zu tun?
Gibt es zu wenig Verbrechen in Bottrop, dass man mit solchen zweitrangigen Aktionen seine Zeit verschwenden muss?
Oder stellt sich die Polizei erst recht an diesem Ort, weil sie in heimtückischer Absicht davon ausgeht, dass viele Autofahrer dort weniger auf die Geschwindigkeit achten, um so ihre Trefferbilanz zu verbessern?

Solange nicht an Stellen kontrolliert wird, bei denen eine Kontrolle wirklich wichtig wäre, ist es absolut unverständlich, dass die Polizei ausgerechnet dort steht!
Und das dafür gleich drei und sogar fünf Beamte (selber gesehen!) abkommandiert werden, ist eine unnötige Verschwendung von Steuergeldern und Personal!
Wer solche Aktionen durchführt, braucht sich nicht wegen Personalmangel zu beschweren!
Und dass solche Aktionen nicht gerade das Ansehen der Polizei fördern, muss nicht erst großartig erwähnt werden. Die Allgemeinheit hat jedenfalls von diesem Tun nichts Positives!

Also, liebe Verkehrsteilnehmer. Wenn ihr solch einen Unsinn seht, dann helft den Anderen und warnt sie, bevor sie für diesen Unsinn auch noch bezahlen müssen. Aber bitte nur an solchen Stellen, wo es wirklich schwachsinnig ist, eine Geschwindigkeitskontrolle durchzuführen. Wer an Schulen, Kindergärten und usw. zu schnell fährt, hat es nicht anders verdient! Aber denkt bitte daran, NIEMALS die Lichthupe dafür zu verwenden. Das ist nämlich verboten. Einfaches, mehrmaliges Ein- und Ausschalten des normalen Abblendlichtes reicht auch und ist erlaubt!
Und lässt euch nicht weismachen, auch an so einer Stelle wäre eine Kontrolle notwendig und richtig.

Solange wichtigere Stellen nicht kontrolliert werden, ist solch eine Aussage FALSCH!!!
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Gereon
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« Antworten #1 am: 30. März 2007, 09:16:06 »

Hallo,

zunächst mal stimme ich Dir zu, dass es leider genügend Stellen im Stadtgebiet gibt, wo dringend kontrolliert werden müsste - eben weil sich tatsächlich Gefahrensituationen ergeben - aber irgendwie niemand kontrolliert.

Dass Du Dich über eine Kontrolle an einer vermeintlich unnötigen Stelle aufregst, kann ich sogar auch nachvollziehen - ich bin selbst schon (allerdings auf der Autobahn) an Stellen geblitzt worden, wo schon die Geschwindigkeitsbegrenzung an sich sachlich nicht zu begründen war, und wo ich mich kurz vorher noch darüber aufgeregt hatte, in einer Baustelle massiv bedrängt worden zu sein (dort wären so ziemlich alle meine "Hintermänner" ziemlich saftig in Flensburg dabeigewesen) - da stand natürlich wieder mal niemand.

Andererseits bestätigt die Tatsache, dass die Polizei dort "mit Erfolg" blitzt, dass die Kontrolle angebracht war: Innerorts gibt es eine seit Jahrzehnten etablierte Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h - und die Hans-Böckler-Str. verleitet durch ihren Ausbauzustand dazu, das schonmal zu vergessen. Wenn also dort mal eine "gebührenpflichtige Erhebung" über die Quote der "Vergesslichen" gemacht wird, ist das nicht wirklich überraschend.

Schönes Beispiel: An meinem Arbeitsplatz in Dortmund führt die seit einigen Jahren durchgebaute Brennaborstraße vorbei, die Dorstfeld und den sog. "Indu-Park" miteinander verbindet. Die Strecke ist auf modernem Bundesstraßen-Niveau, aber komplett auf Tempo 50 begrenzt - außerdem gibt's eine nette Autobahnunterführung, hinter der es sich prima mit einer Radarpistole verstecken läßt. Die Freude der "Erwischten" mag man sich ausmalen - zumal da _sehr viel_ geheizt wird...

Auch wenn die Art, wie Kontrollen durchgeführt werden, mitunter was von Willkür vermuten lässt - die Regeln an sich kann man in Frage stellen, man darf sie aber nicht brechen. Und 20 km/h zuviel innerorts _sind_ zuviel - ein Fahrsicherheitstraining hilft, letzte Zweifel nachhaltig auszuräumen.

Gereon
« Letzte Änderung: 30. März 2007, 09:18:40 von Gereon » Gespeichert

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« Antworten #2 am: 20. Juni 2007, 07:28:33 »

Mittlerweile hat die Polizei sich darauf besonnen, auch an einigen anderen Stellen, Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen. Ich frage mich nur, warum sie dafür meistens nur die Laserpistole einsetzen. Schließlich benötigt man für eine solche Kontrolle mindestens zwei Beamte. Einer, der die Laserpistole bedient, und einer der die Geschwindigkeitssünder rauswinkt. Meistens werden sogar drei und mehr Beamte dafür eingesetzt. Wenn man bedenkt, dass die Polizei selbst immer über chronischen Personalmangel klagt, ist es unverständlich, so ein personalintensives Kontrollverfahren zu praktizieren.
Sinnvoll und logisch wäre es, wenn die Kontrollen mit einer mobilen Radarfalle durchgeführt werden, wie es die Stadt mit ihren Radarwagen auch macht. So eine mobile Radarmessstelle muss nur von einem Beamten bedient werden. Die Erfassung der Verstöße erfolgt vollkommen automatisch und kann danach von Sachbearbeitern in Ruhe erledigt werden. Also, wesentlich effizienter und personalsparender, als diese umständliche Laserpistolenmessung!
Geschwindigkeitskontrollen müssen sein. Besonders an gefährlichen Stellen, wie Schule, Kindergärten usw.. Aber auch die Polizei ist dazu angehalten, ihre Kontrollen auch kosteneffizient zu gestalten. Darum ist der Laserpistoleneinsatz eine extrem ungünstige Methode!
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Gereon
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« Antworten #3 am: 20. Juni 2007, 13:15:35 »

Vorweg: Ich bin auch kein Freund dieser Laserpistolenmessungen, zumal sie bekanntermaßen unglaublich fehlerträchtig sind.

Aber: Das Ganze sind m.E. zwei Paar Schuhe, denn die Radarwagen sind eine Sache der Stadt, die Polizeieinsätze eben - wie der Name schon sagt - der Polizei. Ich mag mich täuschen, aber die Polizei ist immer noch Landesbehörde. Damit gehen zum einen die Aufwendungen aus, zum anderen die Einnahmen auch in einen anderen Topf. Ausserdem ist - soweit ich das überblicke - der Kontrolleinsatz des städtischen Radarwagens eine Aufgabe, die sich die Stadt selbst gegeben hat, weil sie das kann und darf - nicht etwa weil sie dazu verpflichtet wäre, den fließenden Verkehr zu überwachen. Hier wird also im Sinne der Verkehrssicherung eine zusätzliche Einnahmequelle erschlossen (muss man so sagen wie es ist Zwinkernd )

Die Polizei baut i.d.R. irgendwo ein Radargerät auf, nutzt aber keine Zivilfahrzeuge mit Festeinbau - oder sie macht's eben der besseren Mobilität wegen mit dem Lasergerät. Unmittelbarer "Vorteil": Es wird auch vor Ort rausgewunken und abkassiert. Lästiger Papierkrieg (der darüberhinaus Kosten verursacht) entfällt.

Ich behaupte einfach mal, kostendeckend sind beide Methoden. Nach Gewinnmaximierung im Sinne der Behörden zu trachten ist da nicht zielführend. Eher macht es Sinn, manche Geschwindigkeitsbeschränkung und die Wahl mancher Kontrollpunkte zu hinterfragen.

Übrigens finde ich die Funktionsweise des berühmten "roten Astra" reichlich irreführend. Schon mehrmals ist es mir auf der Kirchhellener Str. passiert, dass ich aus dem Stand an der Ampel heraus beschleunigt habe, mein Tacho definitiv noch nicht mal die 50er Marke touchiert hatte, und dann ein- bis zweimal vom rechten Fahrbahnrand ein roter Blitz kam. Gut - es waren jedes Mal nette Zeitgenossen, die wohl meinten, die 60 bzw. 70 an der Stelle gelten für sie nicht (und mich überholt hatten) - aber im ersten Moment glaubt man eben doch, es habe einem selbst gegolten.

Wenn ich dann wieder an solche "Heizer" denke (übrigens ähnlich wie gewisse Leute, die meinen, ihre tiefergelegte Schleuder mit Schalldruck antreiben zu müssen, und auch noch das bisschen, das nicht Bass ist, durch Herunterlassen der Seitenfenster mit ihrer Umwelt teilen) krieg ich trotzdem oft genug einen Föhn. Ich bin definitiv kein Freund von übertriebener Überwachung, aber so manches mal frag ich mich, wo die Ordnungshüter sind, wenn man sie braucht Zwinkernd

Gereon
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« Antworten #4 am: 24. Juni 2007, 16:21:57 »

Ich rede nicht von Kostendeckung. Alle Verfahren bringen mehr Geld in die Kasse, als sie kosten. Ansonsten wäre es z.B. für eine Stadt kaum sinnvoll, diesen Aufwand zu betreiben. Nur weil es solche großen Gewinnspannen gibt, sind Städte wie Bottrop überhaupt an Geschwindigkeitskontrollen interessiert. Das ist doch wohl klar, oder? Ich rede vom Personalaufwand. Die Polizei beklagt immer wieder, dass sie zu wenig Beamte hat. Darauf hin frage ich mich, warum die Polizei, da wo es problemlos möglich ist, nicht weniger personalintensive Methoden einsetzt, die selbstverständlich auch der Polizei zur Verfügung stehen. Schließlich wurden Radarfallen schon vor der Laserpistole eingesetzt und bevor Kommunen das Recht hatten, ebenfalls Messungen vorzunehmen. Und dass die Polizei natürlich auch Zivilwagen einsetzt, sollte doch wohl allgemein bekannt sein.
Tatsache ist und bleibt nun einmal, dass im Bereich der Geschwindigkeitsmessung im öffentlichen Verkehrsraum, die Polizei mit der bereits vorhandenen Methode der mobilen Radarmessung, ihrer Verkehrssicherungspflicht PERSONALSPARENDER nachkommen könnte, als es mit dem Messverfahren Laserpistole möglich ist. Warum die Polizei dies nicht praktiziert, bleibt mir ein Rätsel! Zumindest ist zu vermuten, dass es um die angebliche Personalknappheit bei der Polizei, wohl doch nicht so schlimm bestellt ist, als es die Herren und Damen Beamten, uns Bürgern weismachen wollen!
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« Antworten #5 am: 24. Juni 2007, 19:23:05 »

Auch wenn ich die Sache mit der Kostendeckung gern mal hinterfragen würde (wobei ich bezweifle, dass man uns "Normalsterblichen" wirklich umfassend die Zahlen offenlegen würde), gebe ich Dir in Bezug auf die Rufe nach mehr Personal sogar Recht. Wobei die Personalknappheit ja nicht mal im Vordergrund steht - das Problem ist eher der Altersdurchschnitt des verfügbaren Personals, weil die Polizei schon seit längerem nicht mehr in dem Umfang Nachwuchs einstellen darf, wie das angebracht (um nicht zu sagen notwendig) wäre.

Wenn's danach geht, könnten die Geschwindigkeitskontrollen als relativ entspannte Tätigkeit wahrscheinlich auch von den nicht mehr ganz so jungen Beamten durchgeführt werden - dann käme es auf einen Beamten im Einsatz mehr oder weniger gar nicht an. Dem widerspricht allerdings, dass ich an der Laserpistole selbst überwiegend recht junge Beamte sehe - hat fast den Anschein als würde hier eine "Ausbildungs-Exkursion" abgehalten. Ein wenig ins Grübeln komme ich jetzt langsam auch Zwinkernd

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